1976 ging es los ‑

                               

1978 wurde die Gesellschaft gegründet

Es war ein Abend im Jahr 1976 nach Christi Geburt: Wolfgang Schänzler und Jürgen Rüttgers hockten nach einer Vorstandssitzung der Jungen Union traurig in einer Brauweiler Kneipe. Später gesellte sich Neubürger Jörn Meier dazu. Gedankenverloren nippten sie an ihren halbvollen Kölschgläsern. Obwohl nur knapp 15 Kilometer Luftlinie von den Domtürmen entfernt, fand im Schatten der Abtei kein organisiertes Karnevalstreiben statt.

In Bezug auf den närrischen Fasteler war Brauweiler eine Wüste ‑ öd und leer. Zum lachen, so die Kölner, gingen die Brauweiler in den Keller. Doch Schluss mit dem Trübsinn. Schänzler, Rüttgers und Meier wollten etwas ändern. Entschlossen fassten sie ihre Kölsch­gläser, leerten sie auf einen Zug, und trafen eine Entscheidung: Der Karneval in Brauweiler muss aktiviert werden! Nach dem 15. Kölsch gipfelten die Überlegungen in der Idee, in der neu errichteten Dreifachturnhalle des Schulzentrums eine große Prunksitzung zu or­ganisieren. Gesagt ‑ getan. Die Herren erhoben sich von ihren Stühlen, Schänzler zahlte den Deckel, und die Suche nach Gleichgesinnten begann.
In den nächsten Tagen ver­suchten die Drei verstärkt das Einzelgespräch mit Menschen, die ebenfalls Karnevalsblut in ihren Arterien und Venen hatten. Bald wurde ein Kreis interessierter Herren zu einem ersten Sondierungsgespräch eingeladen (22. November 1976).

Aus diesem Kreis verfügten lediglich Toni Jülich und Matthias Wagner über kamevalisti­sche Erfahrungen. Alle anderen waren totale Laien. Deshalb sollte für die Leitung der ersten Prunksitzung ein echter Profi gewonnen werden. Und man wurde schnell fündig.
Im Nachbarort Pulheim stieß man auf Kaspar Adolph, seines Zeichens Präsident der KG Ahl Häre. Er erklärte sich sofort bereit, die Brauweiler zu unterstützen und er übernahm das Präsidentenamt der ersten drei Prunksitzungen. Doch bis es soweit war, mussten noch eine Menge Arbeiten und Vorbereitungen erledigt werden. Die Turnhalle wurde mit einem zweiten Bodenbelag versehen. Aus der ganzen Gemeinde Pulheim wurden für 1000 Menschen Tische und Stühle heran gekarrt. Der freundlichen Hilfe der Kaufhof AG war es schließlich zu verdanken, dass die Turnhalle nach dem Ausschmücken wie der Kölner Gürzenich aussah. Die Tonanlage installierte Wolfgang Karger aus Pulheim. Beim Auf‑ und Abbau in der Halle zeichnete sich vor allen Dingen Heinz Spors durch enorme Tatkräftigkeit aus. Um die Dekoration kümmerte sich Werner Simon äußerst liebevoll.
Die Verhandlungen mit der Gemeinde Pulheim führte Wolfgang Schänzler. Er war es auch, der sich hinter den Kulissen der ersten Sitzung, die übrigens am 29. Januar 1977 stattfand, um den reibungslosen Ablauf kümmerte.

Um das leibliche Wohl der tausend Närrinnen und Narren im Saal kümmerte sich Vereinswirt Rainer David. Er erledigte diese Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit aller. Der Freundeskreis riskierte viel und gewann alles. Finanziell kam man über die Runden, beim körperlichen und geistigen Einsatz stieß man an die Grenzen, doch die Sitzung wurde ein voller Erfolg.
Das Sitzungsprogramm fand allgemei­ne Zustimmung. Anschließend wurde noch bis in die frühen Morgenstunden des Sonn­tags getanzt. Dann rückten bereits um 6 Uhr früh die Ersten wieder an, um die Turnhalle in den OriginaIzustand zurück zu versetzen. Denn am Montag wollten die Schülerinnen und Schüler des Schulzentrums wieder Sport treiben.

Bereits kurze Zeit später einigte sich der Freundeskreis darauf, 1978 wieder eine Prunksitzung auf die Beine zu stellen. Darüber waren sich alle Beteiligten hundertprozentig einig.

Und wieder wurden irre Vorbereitungsarbeiten eingeleitet. Wieder wurde Tag und Nacht gearbeitet. Wieder fand der Freundeskreis die Unterstützung der Gemeinde, hier insbesondere der Schulverwaltung, wieder übernahm Kaspar Adolph die Sitzungsleitung, wieder half die Kaufhof AG, wieder kümmerte sich Wolfgang Karger um die Beschallung usw. usw. usw.. Und am 14. Januar 1978 füllte sich die Sporthalle mit festlich gekleideten Besuchern.
Der Elferrat stand zum Einzug bereit. Die zweite Sitzung der Brauweiler Karnevalsfreunde lief mit großen Erfolg über die vom WDR gemietete Bühne.

Am 10. April 1978 trat sich der Freundeskreis zu einer Rückschau und Manöverkritik im Vereinslokal Schugt. An diesem Abend wurde der Gedanke gefasst eine Karnevalsgesellschaft zur Pflege und zum Erhalt des Karnevals und des Brauchtums sowie der Geselligkeit im Ort zu gründen.

Die konstituierende Sitzung fand am 21. April 1978 statt.   

Folgende Herren bildeten den Kreis der Gründungsmitglieder:

Wolfgang Schänzler    Jürgen Rüttgers

Theodor Geschke+   Konrad Burwick+

Gerd Reese+    Holger Paulsen

Wolfgang Grabmann+    Werner Simon+

Toni Jülich+    Johannes Meyer+

Jörn Meier+    Horst Schley

Willy Kreyer+    Heinz Spors+

Hermann Drux+    Ludwig Schneider+

Fritz Mundt+    Heinz Bahlmann+


Nach den Wahlen setzte sich der erste Vorstand wie folgt zusammen:

Geschäftsführender Vorstand:

Präsident: Hermann Drux+

Stellvertretende Vorsitzende: Wolfgang Schänzler, Holger Paulsen

Schriftführer: Theodor Geschke+

Schatzmeister: Toni Jülich+


Erweiterter Vorstand:

Stellvertretender Schatzmeister: Konrad Burwick+

Kassenprüfer: Jürgen Rüttgers, Heinz Bahlmann+

Literat: Wolfgang Grabmann+

Hallenmeister: Heinz Spors+, Fritz Mundt+

Dekorationsmeister: Werner Simon+

Beisitzer: Jörn Meier+, Horst Schley, Johannes Meyer+, Gerd Reese+,
             Jac Kipp+, Willy Kreyer+, Ludwig Schneider+

 

Erster Beschluss:

Durch Öffentlichkeitsarbeit und Gespräche im Bekanntenkreis sollen Mitglieder für den neuen Verein geworben werden. Außerdem kam man zu der Auffassung, nicht nur im Karneval aktiv sein zu wollen, sondern auch in der übrigen Zeit Veranstaltungen zu organisieren. Tanzveranstaltungen, Bildersuchfahrten und andere Ereignisse wurden geplant.

Erste ordentliche Mitgliederversammlung:

Nach der Gründung der Gesellschaft am 21. April 1978 fand die erste ordentliche Mit­gliederversammlung am 13. Oktober 1978, 20 Uhr, ebenfalls im Hotel Schugt, statt.
Die Tagesordnung sah nach der Begrüßung zwecks Eintragung ins Vereinsregister den Satzungsbeschluss, die Vorstandsbestätigung und die Benennung von sieben Mitglie­dern zur Eintragung eben in dieses Vereinsregister. Außerdem wurde über den be­vorstehenden ersten Baccara‑Ball (17. November 1978) sowie die Vorbereitungen der nächsten großen Prunksitzung (27. Januar 1979) gesprochen.

Im Rahmen dieser Mitgliederversammlung fand ein Hämmchen‑ Essen statt. Die Mitglieder mussten lediglich die Kosten für die Getränke selber tragen.

In dem Brief an die Mitglieder schrieb der damalige Geschüftsführer Theodor Geschke wörtlich: "Bei diesem anschließenden geselligen Beisammensein sollen der Kontakt mit den Mitgliedern intensiviert und die neuen Mitglieder vorgestellt werden."

Unmittelbar vor Beginn der Session erhielten die Karnevalsfreunde von Geschäftsführer Geschke ein weiteres Schreiben.

(9. November 1978). Darin wurden alle Mitglieder auf­gefordert, ihre Verbundenheit zur Gesellschaft durch das Tragen der Kappe und der Schleife nicht nur bei den gesellschaftseigenen, sondern auch bei anderen karnevalisti­schen Veranstaltungen zum Ausdruck zu bringen. Der Preis für die Kappe betrug damals 100 DM. Für die Schleife mussten 10 DM bezahlt werden. Die Bestellungen sollten mit Angabe der Kopfgröße im Sekretariat von Theodor Geschke aufgegeben werden. Dem Archivmaterial ist zu entnehmen, dass z. B. Andreas Röllgen einen Kopfumfang von 57,5 cm aufweist. Dieter Engelhardts Kopfumfang ist dagegen mit lediglich 54 cm etwas gerin­ger ausgefallen.

In der Jahreshauptversammlung am 4.Mai1979 wurde das Veranstaltungsprogramm 1979/ 1980 vorgestellt. Danach wurde für den 1. Mai 1979 eine Musikveranstaltung mit Peter Kreuder vorbereitet. Die Bildersuchfahrt wurde für den 26. Mai 1979 mit Zielankunft an der Schützenhalle terminiert. Das Datum des zweiten Baccara‑Balls war der 10. Novem­ber 1979. Für die erste Herrensitzung ließ die Gesellschaft die Turnhalle für den 12. Januar 1980 reservieren. Termin für die Prunksitzung war der 2. Februar 1980.

Mit Schreiben vom 17. Oktober 1979 empfiehlt Theodor Geschke allen Mitgliedern die Anschaffung einer sogenannten "Litewka". Die Litewka, so Geschke in dem Schreiben weiter, ist ein Sakko mit Schalkragen in der Form eines Smoking‑Sakkos in den Farben der Gesellschaft gelb/schwarz und wird getragen mit weißem Hemd und schwarzer Hose. Der Preis dieser Utewka betrug damals 280 DM und wurde beim Fachgeschäft Kriesel in der Nähe der Kölner Oper bestellt.
Einem weiteren Brief (17. Januar 1980) ist zu entnehmen, dass am Freitag, 15. Februar 1980 im Schützenhaus in Brauweiler das erste "karnevalistische Kinderfest" mit Peter Reni Körner vom WDR stattgefunden hat. In diesem Papier wurden die Mitglieder davon unterrichtet, dass die Gesellschaft seit dem 20. November 1979 in das Vereinsregister beim Amtgericht Köln eingetragen ist. Im folgendem Jahr entwickelten sich weitere Aktivitäten z.B. die Schifffahrt mit der "Moby Dick" auf dem Rhein statt.
Einige Mitglieder wussten danach, "wie schön es am Rhein war!"

Gleichzeitig trafen sich die Mitglieder auf Initiative des Vorstandes am letzten Freitag eines Monats zu einem Stammtisch im Hotel Schugt. In lockerer Runde wollte der Vorstand bei dieser Gelegenheit Anregungen aus dem Kreis der Mitglieder entgegennehmen. Außerdem sollte das Kennenlernen der Mitglieder gefördert und intensiviert werden.

Im Jahre 1980 fand der Baccara Ball am Samstag den 25. Oktober 20 Uhr, mit Frackzwang, im damals neu gestalteten Festsaal der Schützenbruderschaft im Brauweiler, statt. Der Baccara Ball war ein gesellschaftliches Ereignis. Einem verdienten Bürger wurde, mit einer Laudatio, die "Goldene Baccara" in einem festlichen Rahmen überreicht.
Viele Repräsentanten von Brauweiler und der Stadt Pulheim waren anwesend. Eine intern. Spitzenkapelle und Turniertanzpaare mit klassische Gesangvorträgen ein edles warmes Essen an festlich geschmückten runden Tischen, mit entsprechender Tischkultur, bei herrlichen Rosendekorationen, waren unvergessliche Glanzlichter unserer KG. Leider brachte der Baccara  Ball mit seinem hohen Aufwand, auf allen Veranstaltungen nur finanzielle Verluste ein. Der Baccara Ball fiel dem Rotstift zum Opfer.

Zwischenzeitlich werden viele Aktivitäten in der öffentlichkeit weitergeführt. Dazu zählt unter vielen anderen,das Abteifest der BKF, im Schatten der Abtei. Im Zusammenhang wird gleichzeitig das "Brauweiler Wochenende" von den Brauweiler Fachgeschäften und Unternehmen (BIG) organisiert. Diese beiden Veranstaltungen sind Großveranstaltungen mit gewaltigem Personaleinsatz der Veranstalter.